Lange Leitung clever hingebogen


Titelstory . 47 Biegungen, 140 Sekunden - mit Robotereinsatz

Ein Roboter holt sich ein Rohr, biegt es und danach legt er es weg! So einfach könnte die Überschrift auch lauten. Stimmt eigentlich alles und es sagt alles aus. Die Technik, die dahinter steht, ist allerdings erheblich subtiler.

Bei diesem beeindruckenden Projekt standen wir vor der Aufgabe, Rohre bis zu einer Länge von 4.500 mm mit nahezu 50 Bögen in einer Zeit von unter 150 Sekunden zu biegen, zu vereinzeln und kontrolliert abzulegen. Einige weitere Herausforderungen stellten sich ebenfalls gleich zu Anfang: Die Rohre waren bereits umgeformt, mit Flanschen versehen und lagen im Durchmesserbereich von 8 bis 22 mm. Der Biegeprozess selbst erforderte eine Rechts/Links-Biegetechnik und eine aufwendige rohrspezifische Programmierung sollte entfallen. So ist unsere aktuelle vollautomatische Biegezelle zur vollsten Zufriedenheit unseres Kunden entstanden.

Sicher in Position

Das installierte Belademagazin des Systems vereinzelt sicher bis zu 6.000 mm lange, dünne Rohre, selbst wenn diese bündelweise geladen werden. Weil die Rohre dabei nur gering belastet sind, bleiben die vorhandenen Umformungen an der Seite sicher bewahrt. Im Anschluss erfolgt die Orientierung der Flansche zum nachfolgenden Bogen.


Dies wird in einer einheitlichen Positionierung ausgeführt. Einer der beiden Roboter entnimmt dann das Rohr aus der Vereinzelung und übergibt es an eine spezielle Spannzange. Diese kann das Rohr an unterschiedlichsten Positionen halten. Die Spannzange dreht den vorher orientierten Flansch entsprechend der Isometrie in die richtige Position.

Doppelte Biegefreiheit

Der gesamte Biegevorgang wird von zwei Robotern ausgeführt. Das ist notwendig, weil nur so die schnelle Taktzeit und die erforderliche Reichweite bei diesen langen Rohren erzielt werden können. Beide Roboter sind mit Rechts/Links-Biegeköpfen ausgestattet, von denen jeder nochmals über jeweils zwei Biegeebenen verfügt. Die Roboter beginnen am Ende des Rohres mit dem Biegen und können das Rohr auch im Halter verschieben. Darüber hinaus ist es möglich die Spannzange servoelektrisch – sowohl axial als auch rotierend – zu bewegen. So ergibt sich eine unendliche Biegefreiheit.

Während der eine Roboter das fertige Rohr auf einer Ablage positioniert, holt der andere das nächste Rohr bereits aus der Vereinzelung. Die Taktzeit liegt bei einem Rohr mit 47 Biegungen bei sportlichen 140 Sekunden – natürlich inklusive Handling.

Isometrische Daten einfach online laden

Ein weiterer entscheidender Vorteil dieser speziell entwickelten transfluid®-Rohrbiegeanlage: Isometrische Daten können von den Robotern direkt online verarbeitet werden. Damit entfällt die produktspezifische Roboterprogrammierung. Diese aktuell umgesetzte Biegetechnik mit Roboterhandling ist für Stahlrohre bis 22 x 2 mm einsetzbar.