Wenn Offenheit sich auszahlt


Titelstory . Das Wissen von transfluid®, ein Erfolgstreiber für die Rohrbearbeitung

Gerd Nöker

Offen gesagt: für den klassischen deutschen Mittelständler ist die Offenheit, in Manage- mentkreisen gerne auch Transparenz genannt, ein Fremdwort. Man kann der deutschen Industrie die gegenwärtige Verschlossenheit nicht zum Vorwurf machen.

Der stete Drang nach Wachstum und Marktanteilen, der Kampf um Preisgefüge und technologische Vorteile sind guter Nährboden für Spionage und Plagiarismus. Globalisierung, Internet und Smartphones sind der Dünger, der dieses Wachstum extrem begünstigt. Da wundert es kaum, wenn der Mittelständler sich hinter Bergen und Wäldern verschanzt – aus Angst, man könne ihm in die Karten schauen.

Verschlossenheit ist nachvollziehbar. Wissen ist zu Recht das wertvollste Kapital unserer Zeit, und Kapital muss behütet werden. Allerdings ist Wissen, sofern man es als Kapital betrachtet, nicht viel anders als Geld – vermehren kann es sich nur, wenn man clever investiert. Und dazu muss man den Tresor erst öffnen. Das hat man in Schmallenberg, trotz Bergen und Wäldern, verstanden. Denn transfluid®
setzt auf Transparenz. Um Wissen wirtschaftlich nutzen zu können und daraus die Vorsprünge zu schöpfen, die dem Wettbewerb verschlossen bleiben.

Die Rohrspezialisten haben nicht nur besondere Produkte, sondern vor allem den Wissenstransfer als wertvollen Bestandteil ihres Portfolios begriffen. Deshalb bietet man Kunden spezielle Workshops zur Rohrbiegetechnik an. Die Workshops konzentrieren sich dabei auf zwei Themenschwerpunkte: „Konstruktion“ und „Optimierung der Fertigung und Qualitätssteigerung“. Ob es um die Anpassung von Fertigungsprozessen geht, um die kostengünstige Konstruktion von Rohrsystemen, um die Verbesserung von Durchlauf und Materialfluss, um die Möglichkeiten und Grenzen der Rohrbearbeitung oder um die Fehlerbehebung – die transfluid®-Workshops sind immer praxisnah und auf die Teilnehmer zugeschnitten. Und sie sind offen für alle: Jeder kann den Wissenstransfer für den eigenen Erfolg nutzen.

Auch der branchenübergreifende Austausch ist für transfluid® wichtig. Denn nur so kann man lernen, was den anderen bewegt. Um den Dialog mit Kunden und Geschäftspartnern zu fördern und für alle profitabel zu gestalten, lädt transfluid® im Rahmen der Innovation days Experten zum Gedankenaustausch und zur gemeinsamen Suche nach neuen Möglichkeiten ein. Jeder Innovation day ist einem speziellen Schwerpunkt gewidmet. In diesem Rahmen werden Trends beleuchtet und Zukunftsideen aufgezeigt. Spannende Diskussionen und wertvolle Kontakte inklusive.

Dass die gesunde Entwicklung des Schmallenberger Maschinenbauers dieser Offenheit und Transparenz zu verdanken ist, steht außer Frage. transfluid® hat clever in Wissen investiert. Wissen, das sich nicht nur für Kunden, Mitarbeiter und den Markt auszahlt, sondern vor allem auch für transfluid®. Was Offenheit letztlich bewirkt und bewegt, hat uns transfluid®-Geschäftsführer Gerd Nöker im Interview erzählt.

t time(s): Herr Nöker, was bedeutet unternehmerische Offenheit für Sie?

Gerd Nöker: Für mich bedeutet Offenheit ein gesundes Gleichgewicht aus geben und nehmen. Wer offen sein will muss zulassen, er muss die Bereitschaft haben, neue Ideen nicht nur bereitwillig aufzunehmen, sondern auch damit umgehen zu wollen. Und gleichermaßen dazu gewillt sein, die daraus gewonnenen Erkenntnisse zu teilen. Wir würden das vielleicht auch konstruktiven Dialog nennen.

t time(s): Wie macht sich diese Offenheit bei transfluid® bemerkbar?

Gerd Nöker: Die unternehmerische Offenheit ist ein wichtiger Teil unserer Kultur bei transfluid®. Unsere Antriebskraft ist die Entwicklung von Lösungen, die unsere Kunden weiterbringen. Um Lösungen entwickeln zu können, muss man sich öffnen. Ich muss bereit sein, den Kunden und seine Welt zu verstehen – das erfordert Offenheit. Und ich muss gewillt sein, mich in die Probleme des Kunden versetzen zu können. Sonst kann ich keine Lösung entwickeln und ich komme nicht weiter. Auch das erfordert eine gewisse Offenheit. Allerdings glauben wir, dass das nicht reicht. Offenheit heißt für uns, nicht nur Lösungen zu entwickeln, sondern das, was wir aus dem Prozess lernen, weiterzugeben. Das unterscheidet uns sicherlich von anderen Unternehmen. Aber genau das ist unser Erfolgstreiber. Wir lernen vom Kunden- und Branchen-Feedback. Und Feedback zuzulassen, erfordert beidseitige Offenheit.

t time(s): Wie fördern Sie das Kunden- und insbesondere Branchen-Feedback?

Gerd Nöker: Workshops, Veranstaltungen, Seminare. Wir sind mittlerweile fest davon überzeugt, dass Wissen wesentlich wertvoller als Technik ist. Ich brauche Wissen, um entwickeln zu können. Und Wissen bekomme ich nur, wenn ich mich austausche. Deshalb sind wir das ganze Jahr unterwegs, geben Workshops und halten Vorträge. Um der Branche zu zeigen, wo wir gerade stehen. Welche Probleme wir gelöst haben und welche es noch gemeinsam zu bewältigen gilt. Gerade hier hilft der Austausch von Wissen.

t time(s): Die Innovation days sind demnach eine Wissensbörse?

Gerd Nöker: Genau das. Zwar geht es bei der Veranstaltung um Innovationen, wie der Name schon sagt. Aber im Gegensatz zu Fachmessen und Kongressen wollen wir hier nicht unbedingt mit unseren eigenen Innovationen hausieren gehen, sondern tatsächlich den Austausch fördern, um gemeinsam mit der Branche über Innovationspotenziale zu diskutieren. Die Innovation days sollen mit ihrer Offenheit vor allem dazu inspirieren, mit neuen Sichtweisen an Lösungen zu arbeiten. Und diese Sichtweisen auszutauschen. Wissensbörse passt also perfekt.

transfluid®-Geschäftsführer und -Mitgründer Gerd Nöker ist federführender Leiter der Workshops.